needs.expert
← Zurück zum Blog

24.09.2026

Wie führen KI-Agenten Marktrecherchen durch?

Von Needs Team · 3 min Lesezeit

Ein neuer Markt steht im Raum: Die Geschäftsführung möchte wissen, welche Wettbewerber dort aktiv sind, welche Preise sie nennen und ob sich ein eigenes Angebot lohnt. Die Informationen liegen verstreut auf Anbieter-Websites, in Fachmedien, Studien und Behördenportalen.

Ein KI-Agent für Marktrecherche kann daraus einen mehrstufigen Arbeitsablauf machen: Er zerlegt das Ziel in Teilfragen, nutzt verfügbare Werkzeuge, vergleicht geeignete Quellen und dokumentiert, was belegt ist und was offenbleibt. Das Ergebnis ersetzt keine Entscheidung. Es schafft eine nachvollziehbare Grundlage dafür.

Vom Auftrag zum Suchplan

Für eine strukturierte Marktrecherche sollte das Ziel Region, Zielgruppe, Zeitraum und Entscheidungskriterien festlegen. Daraus können Teilfragen entstehen:

  • Welche Anbieter sind im Zielmarkt aktiv?
  • Welche Leistungen und Preise nennen sie öffentlich?
  • Welche Unterschiede sind für Kunden relevant?
  • Welche Angaben stammen aus unabhängigen Quellen?

Anschließend erstellt der Agent Suchanfragen, ruft Webseiten oder Dokumente ab und ordnet die Inhalte. Je nach verfügbaren Werkzeugen kann er auch Tabellen auswerten oder weitere Suchschritte ausführen.

Ein mehrstufiger Ablauf allein macht ein System noch nicht zum Agenten. Entscheidend ist, ob das Modell seine nächsten Schritte und die Nutzung von Werkzeugen innerhalb gesetzter Grenzen selbst steuert. Stanford HAI beschreibt dafür Zielinterpretation, Planung, Werkzeugnutzung und Reaktion auf Rückmeldungen. Anthropic unterscheidet außerdem feste Arbeitsabläufe von Agenten, die ihre Schritte dynamisch wählen.

Quellen vergleichen und belegen

Die Recherche wird besser prüfbar, wenn der Agent Aussagen aus mehreren geeigneten Quellen abgleicht. Eine Unternehmensseite beschreibt das eigene Angebot naturgemäß anders als ein unabhängiger Fachartikel. Behördeninformationen können regulatorische Fragen klären, während Studien nach Methodik, Erhebungszeitraum und Auftraggeber zu bewerten sind.

Zu jeder wichtigen Aussage gehören möglichst:

  • die konkrete URL,
  • Veröffentlichungs- oder Abrufdatum,
  • eine kurze Einschätzung der Quelle,
  • Hinweise auf Widersprüche oder fehlende Belege.

Ein entsprechend ausgestattetes System kann mögliche inhaltliche Übereinstimmungen markieren. Diese Prüfung bleibt jedoch fehleranfällig. Auch eine mehrfach bestätigte Aussage ist nicht automatisch aktuell, unabhängig oder richtig. OpenAI nennt Modelle, Werkzeuge, Anweisungen, Schleifen und Abbruchbedingungen als typische Bestandteile agentischer Systeme.

Beispiel aus dem Mittelstand

Ein Hersteller prüft ein Serviceangebot für Österreich. Der Auftrag lautet, fünf relevante Wettbewerber, ihren Leistungsumfang und öffentlich genannte Preise zu vergleichen.

Der Agent sucht passende Anbieter, wertet Websites und Fachquellen aus und trägt die Ergebnisse nach einheitlichen Kriterien zusammen. Bei unterschiedlichen Preisangaben verweist er auf beide Fundstellen. Im Bericht stehen eine Vergleichstabelle, Quellen und offene Fragen.

Nicht automatisch ableiten lassen sich daraus tatsächliche Marktanteile, Kundenzahlen oder nicht öffentliche Preise. Diese Grenzen gehören sichtbar in das Ergebnis.

Wo Prüfung und Grenzen bleiben

Wie selbstständig ein Agent arbeitet, hängt von Werkzeugen, Berechtigungen und Abbruchregeln ab. Er kann erlaubte Routineaktionen ausführen. Für kostenpflichtige Abrufe, externe Veröffentlichungen oder andere folgenreiche Aktionen kann eine ausdrückliche Entscheidung sinnvoll sein.

Der freiwillig nutzbare NIST AI RMF bietet einen Rahmen, um KI-Risiken systematisch zu erfassen, zu bewerten und zu behandeln. Needs beschreibt sich als Agent OS für Unternehmen, in dem KI-Agenten mitarbeiten, zusammenarbeiten und Wissen zum gemeinsamen Firmenwissen wird.

Mehr über den praktischen Einsatz von KI-Agenten bei Needs.